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Nempitzer Zeittafel im Überblick
Von Thomas Jahn

1197-06-05 schenkte Hedwig, die Witwe des seligen Markgrafen Otto des Reichen und Tochter Albrecht des Bären von Brandenburg, mit Genehmigung ihres Sohnes Theoderich (Dietrich) Grafen von Wicinwils (Weißenfels), dem Kloster Altzella das ihm gehörende Vermögen aus väterlichen Erbe zugefallene Dorf Ovziz [Oetzsch; heute zu Nempitz] mit Zubehör, um dadurch ihr und ihrer Anverwandten Seelenheil zu fördern und ihrem Sohne eine glückliche Heimkehr aus dem Kreuzzug zu bewirken, den er an demselben Tage antreten musste. (Ersterwähnungsurkunde Staatsarchiv Dresden, Urkunde 116 / Urkundenbuch Merseburg? 139)
1213 wird ein Klosterhof zu Oetzsch erwähnt. Denn das Kloster errichtet in ihren Filialen erst drei, später acht Klosterhöfe.
1225-12-22 wird der Bau einer Kirche bezeugt, für die das Kloster Altzella bemüht war, die Exemtion (staatliche Erlaubnis, kirchliche Akte zu verkünden) von der Mutterkirche zu Thalschütz zu erlangen. Markgraf Heinrich der Erlauchte machte den Bau durch Heergaben möglich und vermittelte die Auspfarrung. Als Entschädigung erhielt die Kirche zu Thalschütz eine Hufe Land. Das Geld für diese Hufe hat das Kloster Altzella gegeben. Der Wert der Hufe wurde auf 20 Taler festgesetzt.
1474-04-30 Ersterwähnung von Nemptitz (Ortsteil Nempitz) nachzulesen im Domstiftsarchiv Merseburg, Rademacher Regestensammlung von 1916, II Nr. 397 (Lehnbuch Bischof Thilos von Trotha, fol. 57v); Belehnung Christoffel von Zweym (Zweimen) mit Zinsen in Nempitz und Mackewitz (möglicherweise Maschwitz)
1476-04-02 Gebrüder Hans und Otto von Zweym werden mit einem Sattelhof in Kötschlitz und 6 Hufen unter anderen in Nempitz belehnt; (Domstiftsarchiv Merseburg, Rademacher Regestensammlung Nr. II 432 (Lehnbuch Bischof Thilos von Trotha, fol. 65/66);
1477-01-11 Ersterwähnung von Treben, im Domstiftsarchiv Merseburg, Rad. Reg. II Nr. 445 (Lehnbuch Bischof Thilos von Trotha fol. 73); [Lehnbuch Bose / Erbarmannschaft 1,245 ?]; Jacob und Dietrich Nordhausen werden mit dem Zins einer Hufe in Treben belehnt, die Caspar Schladebach aufgelassen hat.
1495-01-14 Die Bosen in Oetzsch und Frankleben verkaufen an Claus von Trotha zwei Burglehen; (Domstiftsarchiv Merseburg, Rad. Reg. II Nr. 708)
1501 Friedrich von Trotha überweist gegen Zahlung von 200 Gulden die jährlichen Einkünfte in Höhe von 12 Gulden von allen seinen Gütern in Holleben, Gräfendorf und Nempitz dem Domstift Merseburg. (Domstiftsarchiv Merseburg, Rad. Reg. II Nr. 853)
1516-06-25 werden die Gebrüder Kalitzsch mit Zinsen unter anderen in Nempitz belehnt. (Domstiftsarchiv Merseburg, Rad. Reg. II Nr. 1370a
um 1560 Durch die Reformation von Martin Luther, wurden die schlummernden Geister, die so lange unterdrückt waren, geweckt. Denn er hatte an die Verantwortlichen im Land seinen Aufruf zur Gründung von Schulen hinausgeschickt. Aus dieser Zeit stammt unser erstes kleines Schulgebäude an derselben Stelle, an der die heutige "alte Schule" (Schulstraße 4) steht, gegenüber der Kirche.
1579 - 1587 wurde auf Befehl des Kurfürsten August von Sachsen der Floßgraben angelegt. Er führt von der Weißen Elster bei Zeitz über unsere drei Orte zur Luppe bei Wallendorf.
1618 - 1648 Der Dreißigjährige Krieg mit der Schlacht bei Lützen
1662-08-23 Von den ungeheuren Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges blieb auch Oetzsch nicht verschont, sodass Meister Christian Horn, ein Uhrmacher aus Leipzig, für 66 Reichstaler, in diesem Jahr ein neues Uhrwerk aufstellen musste. Nicht nur das Uhrwerk der Kirche fiel dem Krieg zum Opfer, sondern auch Schäden an den Menschen, am Kirchengebäude, der Schule und an vielen anderen Häusern brachte der große "Religionskrieg" mit sich.
1656 wurden bei der Erbteilung unter den Söhnen des Kurfürsten Johann Georg des I. Altranstädt nebst Großlehna und Oetzsch zu den Merseburger Kammergut geschlagen, obgleich die Steuern von diesen Dörfern auch ferner noch an das Leipziger Kreisamt geliefert werden mussten. Der hiesige Pfarrer dagegen stand schon zur Reformationszeit unter dem Merseburger Stiftskonsistorium.
1665-11-25 war eine große Feuerbrunst in Oetzsch. Dabei brannten das Schulegebäude und mehrere Häuser nieder.
1735 - 1736 wurde eine umfassende Reparatur an der Kirche vorgenommen. Pfarrer M. Johann Kirchner berichtet uns, wie 1735 in den Fasten, das Ötzscher Gotteshaus umgebaut wurde, so dass es fast einem neuen Baue gleichkam. Denn es wurde hinten, wo der Altar stand, das kleine enge Rondell, desgleichen die hinterste Hälfte der Kirche, die fast 6/4 eingerückt war, bis auf den Grund, wie das ganze Dach, völlig abgerissen. Das gleiche basierte mit Kanzel und Taufstein, welche mitten in der Kirche standen.
1740-02-08 wurde Altranstädt mit Oetzsch und Treben von dem Merseburger Kammergut getrennt und zu dem Leipziger Kirchsprengel (Röthaer Kreis) geschlagen. Dies geschah nach dem Aussterben der Merseburger Herzöge.
1747-07-21 erreichten die Bürger des Dorfes Nempitz, welche vor 1742 in Keuschberg eingepfarrt waren, vor dem Gerichte zu Altranstädt mit dem Patron, Pfarrer, Küster und den Deputierten von Oetzsch einen Vergleich, wonach es seinen Bewohnern freistehen sollte, gegen das Dimissoriale (verabschieden) des Keuschberger Pfarrers alle Sakramente (gottesdienstliche Handlungen) in der Kirche zu Oetzsch zu empfangen. Jedoch sollten sie einmalig 24 Thaler an die Kirchenkasse Ötzsch zahlen, was auch geschehen ist.
1750-09-30 gab es in Oetzsch den Nachbar und Windmüller Meister Gottfried Herfurth.
1753-10-01 gegen 12 Uhr brannten 8 Bauernhöfe in Oetzsch fast gänzlich ab.
1756-04-21 war ein dritter großer Ortsbrand in Oetzsch. Dabei brannte wieder die Schule ab und 21 andere Häuser. Lehrer Reinhardt musste 5/4 Jahr bei einer Witwe in Tröben wohnen und viele Unbilden erdulden.
1815-05-18 durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses musste der König von Sachsen die nördliche Hälfte des Landes an Preußen abtreten. Darunter zählten auch Oetzsch und Treben, welche zum Hochstift Merseburg kamen.
1869-08-26 wurde, nach dem Abriss eines zu klein gewordenen Schulgebäudes welches 110 Jahre alt war, unsere heutige "alte Schule" eingeweiht.
1870 kaufte die Rübenbaugesellschaft Lorenz, Weidling & Co. in Lützen den Ausspannhof oder "Strohhof" in Treben.
1870-11-21 hat das Ötzscher Kirchspiel aus Erfurt eine neue Spritze bekommen, wozu vorher im Herbst ein neues Spritzenhaus gebaut wurde.
1871 haben die Ortsrichter in Oetzsch, Tröben und Nempitz die Friedenseichen, nach dem deutsch-französischen Kriege, gepflanzt.
1892-01-18 Gründung des Militärverein Oetzsch, Treben und Nempitz durch die wehrhaften Bürger der drei selbständigen Gemeinden; Für die Frauen gab es einen Leseverein!
1897-09-16 starb Karl Louis Martzsch, der reichste Trebener Bürger, an einer chronischen Leberentzündung bzw. Wassersucht im Alter von 67 Jahren, 3 Monaten und 5 Tagen, in seinem Gutshaus in Treben. Er war der Spender von unseren früheren Kirchenglocken und der Orgel von Oskar Ladegast. Sein restliches Vermögen vermachte er der Stadt Lützen, die den gleichnamigen Park an der Gustav Adolf Gedenkstätte anlegen lies.
1900-08-07 Einwohnerzahlen aus dem Wahlverzeichnis. Oetzsch = 171; Nempitz = 137 und Treben = 100
1906 bestand ein Radfahrverein Oetzsch - Treben - Nempitz mit dem Vorsitzenden Herrn Gräfenhain
1910 zog die Rübenbaugesellschaft Lützen von Treben nach Nempitz, An der Eiche 1 (heute Nr. 10);
1911 Gründung des Arbeiter - Sport - Vereins Oetzsch und Umgebung in dem neben Turnen viel Raffball gespielt wurde.
1912-03-01 bis 1930 wird die Gemeinde Oetzsch durch Pfarrer Oehme aus Kötzschau verwaltet.
1923-03-01 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Oetzsch - Treben - Nempitz nach dem Vorbild der Lützener Wehr.
1937-04-01 wurde das heutige Nempitz aus den drei selbständigen Orten Nempitz, Oetzsch und Treben gebildet
um 1942 wurde in einem sehr kalten Winterjahr das Holz der Oetzscher Mühle von der Familie Rittner zu Feuerzwecken genutzt. Dies bedeutete den Untergang der Bockwindmühle.
1945-11-23 Verteilung der Bodenreformurkunden an die neuen Eigentümer nach der Enteignung der Rübenbaugesellschaft Lützen, die eine Anbauflache von 350 Morgen = 87,50 ha in Nempitz Inne hatte.
1947-11-16 Übergabe des Gerätehauses an die FFW im neugebauten Gemeindeamt.
1949-08-31 ergab die Einwohnerzählung von Nempitz 868 Einwohner, davon waren 369 Neubürger bzw. Umsiedler. Insgesamt stand ein Wohnraum von 225 Wohnungen mit 6.212 qm Wohnfläche zur Verfügung.
1957-05-02 Beitritt der Gemeinde Nempitz zum Deutschen Städte- und Gemeindetag (-bund). Der Mitgliedsbeitrag beträgt 30 DM je 1.000 Einwohner
1959-11 Gründung der LPG Typ I "Vorwärts" Nempitz. Damit wurde unsere Gemeinde vollgenossenschaftlich.
1971-05-00 Bildung der 1. Frauenfeuerwehrgruppe in Nempitz mit Gertraud. Borath, Irmgard Stock, Regina Herfurth, Margit Scheibe, Hannelore Wolf und Ingrid Hinniger.
1972-05-22 Gründung des VEB Transportgerätebau Nempitz
1976-01 Volksvertretungen der Stadt Bad Dürrenberg und der Gemeinden Friedensdorf, Kötzschau, Kreypau, Meuschau, Luppenau, Nempitz, Oebles - Schlechtewitz, und Tollwitz beschlossen die Bildung eines Gemeindeverbandes Bad Dürrenberg
1990-02-12 besuchten die Abgesandten Anton Christ, Friedrich Heinz Ebert und Herbert Kiefer aus Lobbach, die CDU-Ortsgruppe Nempitz, zur Wahlunterstützung. (Beginn der Gemeindepartnerschaft)
1991-10-01 Nempitz, ist Gründungsmitglied der Verwaltungsgemeinschaft Kötzschau mit Sitz in Zöschen. unter dem Bürgermeister Roland Jatz,
1992-03 Inbetriebnahme des Gewerbegebietes IVC - Rösch
1997-01-01 Beginn des neugebildeten Kirchenkreises Merseburg - Weißenfels, welcher aus den zwei ehemals selbständigen Kirchenkreisen Weißenfels, zu dem Nempitz gehörte und Merseburg, entstand. Ein Kirchenältester aus unserem Ort war im Kreiskirchenrat Weißenfels vertreten und arbeitete aktiv im neuen Rat mit.
1997-05-17 Zur 800-Jahrfeier der Gemeinde Nempitz, wurde die Partnerschaft zwischen Lobbach und Nempitz schriftlich, am neu eingeweihten Lobbachstein, besiegelt.
1998-01-01 entstand nach Beschluss des Konsistoriums der Kirchenkreis Merseburg. Dieser besteht aus dem Kirchenkreis Merseburg - Weißenfels und Querfurt.
1998-11-25 Tag des symbolischen Spatenstiches, nach langem Kampf des Investors Herrn Foag, für den Bau des Autohofes in Nempitz, mit Esso-Tankstelle. Die Veranstaltung war im "Hotel Buchta" in Bad Dürrenberg
1999-01-01 gehört Nempitz nach einem Beschluss vom Kirchenkreis Merseburg, neben Zöschen, Tollwitz, Altranstädt und Großlehna, zur Pfarrstelle Schkeitbar (mit Thronitz und Räpitz).
1999-10-02 Einweihung des Dorfgemeinschaftshauses Nempitz, als Zentrum für alle Schichten der Bevölkerung.
1999-12-01 Eröffnung des "Manhattan Spielcenter" am Autohof, im Nempitzer Gewerbegebietes an der A9. Am gleichen Tag Wiedereröffnung, nach zehn Jahren, der restaurierten Gaststätte "Zum schwarzen Adler" im Ort, an der Hauptverkehrsstraße
2000-05-03 Auszeichnung mit dem 1. Platz, beim 4. Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden, unser Dorf hat Zukunft" im Kreis Merseburg-Querfurt.
2000-07-29 Die letzte Einkaufsmöglichkeit für den täglichen Bedarf schließt im Ort. Transportable Verkaufstände decken die Versorgung ein- bis zweimal in der Woche ab.
2001-03-08 Ein zweiter Sportverein gründet sich, er nennt sich FC Nempitz `01.
2001-06-01 Eröffnung des "Erotikparadies" im Gewerbegebiet am Autohof
2001-07-01 Der neugewählte Bürgermeister Rudolf Tonka übernimmt sein Amt
2001-08-18 Eröffnung der neugestalteten Salzstraße L187. In diesem Zusammenhang entstand eine neue Floßgrabenbrücke, da die alte ehemalige Kastanienbrücke den Anforderungen als Zubringer zur Autobahn nicht mehr genügte.
2002-02-01 Durch den Beginn der Pfarrerin Pauline Fechner in Bad Dürrenberg gehört die Kirchengemeinde Nempitz wieder zur Kirchengemeinde Bad Dürrenberg (bzw. Keuschberg).
2005-12-20 stimmt das Landesverwaltungsamt in Halle, mit geringen Auflagen, der Änderung der Gemeinschaftsvereinbarung der Verwaltungsgemeinschaft Bad Dürrenberg (mit Tollwitz, Oebles-Schlechtewitz und Spergau) zu. Damit ist der zukünftige Weg von Nempitz zur Verwaltungsgemeinschaft Bad Dürrenberg frei.

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